Die Vorweihnachtszeit ist auch die Zeit der Kekse und Weihnachtsbäckereien. Wie man diesen ganz einfach einen gesünderen Schliff verleiht, verrät Martin Taubert-Witz, Leiter der Ausbildung zum/zur Ernährungsvorsorge-ExpertIn. Außerdem hat er ein Rezept für leckere Power-Kugeln mitgebracht, die völlig ohne Zucker auskommen. Viel Spaß beim Nachmachen!

Sie denken, eine gesunde Weihnachtsbäckerei gibt’s nicht? Sie sind aber trotzdem neugierig, ob man nicht doch mehr tun kann, als nur Verzicht zu üben? Dann habe ich zwei Anregungen mitgebracht, die Ihnen beim Einstieg in ein „gesünderes“ Backen helfen sollen:

1. Einen Teil des Mehls durch Vollkorn ersetzen

Vollkorn, ja bitte – aber es muss nicht immer gleich 100 % sein. Auch wenn Sie nur einen Teil des Mehls durch Vollkornmehl ersetzen, ist schon ein erster Schritt in eine neue Richtung getan. Selbst wenn Sie zunächst kein/-e AnhängerIn halber Sachen sind: Alles oder nichts ist selten dauerhaft praktikabel. Übergangslösungen sind daher für einen (lebens-)langen Weg in der Gesundheitsvorsorge gefragt und hilfreich. Probieren Sie Ihr nächstes Keksrezept also zum Beispiel einfach mal mit 1/3 Vollkorn- und 2/3 Typen-/Weißmehl aus und lassen Sie sich vom Ergebnis überraschen!

2. Süßungsmittel einsparen

Süßungsmittel sind eigentlich reine Gewürze und das Gelingen eines Rezepts hängt selten von der Menge an Zucker oder Honig ab. Sparen Sie daher beim nächsten Mal einfach 1/4 der im Rezept angegebenen Menge an Süßungsmittel ein. Sie werden sehen, das Ergebnis schmeckt genauso gut und ist immer noch ausreichend süß.

Beide Maßnahmen verwandeln Zimtsterne natürlich nicht in ein Lebensmittel mit dem Gesundheitswert eines Apfels. Aber sie sind sicht- und kostbare Zeichen eines bewussteren und selbstbestimmteren Umgangs mit Ernährung. Ein Rezept zum Nachmachen habe ich Ihnen übrigens gleich mitgebracht. Ich wünsche Ihnen viel Neugierde und Spaß beim Ausprobieren. Und: Bleiben Sie dran, an neuen Wegen in Ihrer persönlichen Gesundheitsvorsorge. Es lohnt sich!

Rezept-Tipp: Power-Kugeln

Ein vielfältig wandelbares und süßes Rezept, das ganz ohne Zucker und ohne Backofen auskommt.

ZUTATEN FÜR DIE GRUNDMASSE:

  • 1 Packung getrocknete Marillen oder Dörrzwetschgen
  • 250 g Haselnüsse
  • Gewürze: Zimt, Zitronensaft, geriebene Zitronenschale

ZUBEREITUNG:

Die getrockneten Marillen/Dörrzwetschgen in einem Topf in wenig Wasser weich dünsten und anschließend gemeinsam mit dem Wasser mit einem Mixstab oder Mixer pürieren. Die Haselnüsse reiben (ggf. schon fertig geriebene Haselnüsse verwenden) und unter die pürierten Marillen/Dörrzwetschgen mischen. Nach Geschmack mit Zimt, Zitronenschale und Zitronensaft würzen.

Die Grundmasse kann nun auf verschiedene Arten weiterverarbeitet werden:

Power-Kugeln: Etwas mehr Haselnüsse verwenden und die Masse mit den Händen zu kleinen Kugeln formen. Die Kugeln anschließend in geriebenen Haselnüssen oder Kokosette wälzen.

Oblaten: Zubereitung wie bei den Power-Kugeln, nur werden diese am Ende zwischen zwei Oblaten flachgedrückt. Übrigens: Oblaten gibt es inzwischen auch in Vollkornqualität.

Süßer Aufstrich: Etwas weniger Haselnüsse und dafür mehr Flüssigkeit verwenden. (Sie können entweder schon beim Dünsten mehr Flüssigkeit verwenden oder am Ende einfach noch ein bisschen Wasser hinzufügen).

Gastautor Martin Taubert-Witz ist seit 20 Jahren selbstständiger Trainer und hat sich nach einigen Jahren als Koch in der Haubengastronomie die ernährungswissenschaftlichen Hintergründe des Essens und Trinkens erarbeitet.​

Bildcredits: © Valerii Dekhtiarenko – stock.adobe.com (Titel), © Sophia Witz (Porträt)