Eine perfekte Hochzeit zu organisieren, braucht Monate an Vorbereitung. Ein Hochzeitsprofi kann das Brautpaar unterstützen, den großen Tag in seinem Leben stressfrei und bewusst zu genießen. Es ist ja nicht nur eine Veranstaltung, sondern ein einmaliger Moment im Leben zweier Menschen, der alle Aufmerksamkeit verdient. Die aktuelle Corona-Krise verunsicherte aber viele Brautpaare, denn Wünsche und Erwartungen an diesen besonderen Anlass konnten nicht oder nur teilweise erfüllt werden. Das zeigte sich in der Branche der HochzeitsplannerInnen in Form von Verschiebungen und Stornierungen der KundInnen. Was in einer außergewöhnlichen Situation wie dieser wirklich gilt, darüber besteht nach wie vor große Rechtsunsicherheit. Fest steht: Umstände wie eine weltweite Pandemie mit all ihren Gesundheitsrisken und Reiseeinschränkungen zählen rechtlich als „höhere Gewalt“ oder, wie schon die alten RömerInnen das Problem nannten, als „vis maior“.

Dr. Mag. Klaus Vögl, Rechtsexperte und Trainer im WIFI-Lehrgang Wedding PlannerIn, hält fest, dass diese Umstände gesetzestechnisch in Österreich nicht im ABGB direkt geregelt sind, es aber dazu einige anerkannte Rechtsgrundsätze gibt: „Im Falle einer nachträglichen Unmöglichkeit einer Vertragserfüllung durch solche Umstände, die einzelne Menschen nicht beeinflussen können, sind alle VertragspartnerInnen aufgerufen, gemeinsam eine einvernehmliche Lösung anzustreben. Der Vertrag wird durch höhere Gewalt also nicht automatisch hinfällig, wie manche meinen. Im Regelfall wird das heißen: einvernehmliche Verschiebung, örtliche Verlegung oder Konsens auf einen kleineren Rahmen.“ Sollte das Brautpaar unbedingt eine einseitige Stornierung wünschen, so sind die Stornierungsregeln anwendbar, wie sie sich aus dem abgeschlossenen Vertrag bzw. den zugrunde liegenden AGB ergeben. In diesem Fall wird dem/der Wedding PlannerIn je nach Einzelumständen ein Teil des Entgelts oder, bei zeitlich sehr knapper Stornierung, sogar das ganze Entgelt für den erbrachten Aufwand zustehen. Eine endgültige rechtsverbindliche Beurteilung kann natürlich immer nur im Einzelfall erfolgen.

Save the new date

Für Stephanie Mischak, Kursleiterin der WIFI-Ausbildung zum/zur geprüften Wedding PlannerIn und selbstständige Wedding Plannerin bei floret.at, steht im Vordergrund, nicht die eigenen Wünsche und Visionen umzusetzen, sondern die der Brautpaare. Idealerweise beginnt die Planung bereits ein Jahr vor dem Hochzeitstermin, da die beliebten Termine schnell ausgebucht sind. Wedding PlannerInnen lernen in dieser Vorbereitungszeit „ihr“ Brautpaar sehr persönlich kennen. Stephanie Mischak bleibt dabei immer auf Augenhöhe mit ihren KundInnen, denn nur so haben alle Spaß am „großen Tag“.

Doch all die Monate dauernden Vorbereitungen wurden in Zeiten von Corona mit einem Schlag für nichtig erklärt. Nicht nur die UnternehmerInnen selbst waren verunsichert, sondern sie übernahmen zusätzlich die große emotionale Verantwortung für die Brautpaare, die völlig im Dunkeln tappten. Für Stephanie Mischak hieß und heißt das, als aktive Wedding Plannerin Paare durch diese Krise zu begleiten. Wie kann das aussehen? „Zuerst einmal ist es wichtig, immer mit offenen Karten zu spielen, nichts zu verschönern, sondern mit Empathie und Kompetenz das Zepter in der Hand zu behalten. Immerhin geht es um große Gefühle und meist um sehr viel Geld“, meint sie und betont: „Eine Rechtschutzversicherung für die Veranstaltung sollte sowieso immer abgeschlossen werden und ist gerade jetzt, das hat sich gezeigt, noch wichtiger!“

Fazit: Zahlreiche Brautpaare verschoben das komplett geplante Hochzeitspackage auf ein Jahr, mit Einhaltung der Stornoklausel. Unter dem Motto „Save the new date“ fanden die Paare einen neuen Slogan, den sie auch gleich virtuell den geladenen Gästen kommunizierten. Selbstverständlich gab es auch das ein oder andere Paar, das diese Gelegenheit nutzte und ganz für sich im kleinsten Kreis heiratete. Corona wurde als ständiger Begleiter akzeptiert. Einige Paare feierten auch den „Nicht-Hochzeitstag“ in festlicher Kleidung, in Brautkleid und Anzug, ganz ohne Gäste, ohne Zeremonie und ohne Dinner. Sie ließen diesen Moment von einem/einer Fotografen/-in festhalten.

2020 – das Jahr, das allen als Corona-Jahr in Erinnerung bleibt, stellt auch die Branche der Wedding PlannerInnen auf die Probe. Doch die Hochzeitsprofis erfüllen ihre Rolle perfekt und machen Brautpaare glücklich. Denn was kann es Schöneres geben, als diesen einen Lieblingsmoment bei jeder Hochzeit, wo alle Schmetterlinge im Bauch spüren: das Öffnen der Türe und der erste Blick auf die Braut.

Bildcredits: © Prostock-studio – stock.adobe.com