Auf unserem BLOG können Sie regelmäßig Trainerinnen und Trainer näher kennenlernen und sich die Lieblingsübungen und Lerntipps unserer Expertinnen und Experten abholen. Heute verrät Dr. Heike Linamayer, warum Motivation so wichtig für erfolgreiches Lernen ist.

Was war in den vergangenen Jahren Ihre interessanteste Erkenntnis zum Thema Lernen?

Die Basis für erfolgreiches Lernen ist Motivation. Die Teilnehmenden müssen zuerst herausfinden, warum sie etwas überhaupt lernen wollen. Mit allgemeinen rationalen Begründungen kommt man da leider nicht weiter. Wichtig ist, dass der Wunsch von innen kommt, dass positive Emotionen mit der Erreichung des Lernziels verknüpft sind. Das ist oft nicht so leicht, denn manche werden von den Vorgesetzten in die Trainings „entsendet“ oder die Leute denken, sie können alles mit Vernunft und Ratio steuern und lösen sich sehr schwer von der Vorstellung, dass eine rein analytische Begründung nicht ausreicht. André Stern sagte in einem Vortrag, dass er erst lesen gelernt hat, als sein Vater ihm seine Fragen nicht mehr beantworten konnte. Denn da war es notwendig, für ihn selbst zu lesen. Seine intrinsische Motivation war die Befriedigung seiner Neugier und so empfand er Freude daran, Lesen zu lernen, und beherrschte es auch sehr schnell. Er lernte nicht Lesen des Lesens willen, sondern weil es ihm ein Herzenswunsch war, seinen Wissensdurst zu stillen. Darin liegt meines Erachtens nach das Geheimnis des leichten Lernens.

Was bedeutet LENA für Sie und wie setzen Sie das in Ihren Trainings um?

Es gibt viele verschiedene Lerntypen, aber eins ist sicher: Kaum jemand profitiert von einem Frontalvortrag, bei dem er sich passiv berieseln lässt. LENA trägt diesem Umstand mit einem bunten Methodenmix Rechnung. Ich versuche in meinen Trainings viel auf Interaktion zu setzen und immer mit praktischen Beispielen der Teilnehmenden zu arbeiten. Eine Prise Humor hilft, wissenschaftliche Erkenntnisse besser greifbar zu machen.

Was ist Ihr persönlicher Lieblingslerntipp?

Ich kann das nicht so einfach beantworten, denn ein und dieselbe Übung kann in manchen Gruppen großartig funktionieren und in anderen nicht. Jedes Training bedeutet auch für mich als Trainerin zu lernen: nämlich die Teilnehmenden kennenzulernen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Der beste Lerntipp ist also immer der, der zum lernenden Menschen vom Typus her passt, mit dem sich der/die Lernende gut identifizieren kann.

Ich persönlich lerne am liebsten sehr faktenbasiert mit Visualisierung der Verknüpfungen (Lern-Bäume) zu Beispielen und anderen mir bereits bekannten Fakten. Auch Übungen, bei denen ich den Lehrinhalt selber als Aha-Erlebnis erleben darf, prägen sich sehr stark in meinem Gedächtnis ein.

Dr. Heike Linamayer, MSc MEd beschäftigt sich schon während ihrer gesamten beruflichen Laufbahn mit den Aspekten der Intelligenz. Was in den ersten Jahren mit künstlicher Intelligenz in der Informationstechnologie begann, fand sehr bald seinen Weg zu menschlicher Logik und Verhaltensmustern. Die Kombination aus Psychologie und Gesundheitswissenschaften stellt die Basis ihres heutigen Wirkens dar. Seit über 20 Jahren berät sie Menschen, hat sowohl in Klein- als auch Großbetrieben Erfahrungen gesammelt und gibt ihr Wissen in Einzelsitzungen, Trainings, Büchern und als Speakerin weiter.

 

Seminar mit Dr. Heike Linamayer: Multitasking? Nicht ganz, aber fast!

Bildcredits: (c) Shutterstock.com, (c) Dr. Heike Linamayer (Portrait)