Sie möchten Ihre Wertpapiergeschäfte in Zukunft selbst in die Hand nehmen oder Ihren Traumberuf „Börsehändler/-in“ ausüben? Egal für welchen Weg Sie sich entscheiden – umfangreiches Finanzwissen, Neugierde und gute Nerven sind gefragt.

DAS SOLLTEN SIE MITBRINGEN

Zu den Must-haves im Börsenhandel gehören nicht nur ein allgemeines Interesse an Themen wie Finanzen und Wirtschaft, sondern auch fundierte Kenntnisse darüber. Wenn Sie über keinerlei Vorwissen verfügen, starten Sie mit den Grundlagen und vertiefen diese sukzessive. Weiterbildung ist daher ein absolutes Muss – auch für Profis. Ebenfalls eine Voraussetzung ist, dass Sie sich laufend über die Entwicklungen an den Märkten informieren. Um diese Informationen nutzen zu können, sollten Sie über gute Englischkenntnisse verfügen. Denn die Sprache der Finanzwelt ist Englisch. Ein gutes Zahlengefühl runden das Rüstzeug des/der Händlers/-in ab. Übrigens: Langfristig erfolgreiche Trader sind in der Regel auch neugierig und stets bedacht ihre Handelsstrategien weiterzuentwickeln und zu verfeinern.

KEEP CALM AND CARRY ON

Während Hollywoodfilme das Klischee der wild herumgestikulierenden und schreienden Händler/-innen vermittelt, geht es tatsächlich in den Handelsräumen der Banken wesentlich ruhiger zu. Trader sollten aber belastbar sein. Breaking News, Unternehmensnachrichten, die Veröffentlichungen von wichtigen Wirtschaftsindikatoren und volatile Börsenkurse sorgen für reichlich Abwechslung. Schnell ändernde Marktsituationen verlangen vom Trader zudem ein hohes Maß an Konzentration und Flexibilität. Wenn Sie also eine schnelle Auffassungsgabe mitbringen und über ein gutes Nervenkostüm verfügen, haben Sie das Zeug zum/zur Händler/-in.

DIESE SKILLS VERSCHAFFEN IHNEN EINEN VORTEIL

Neben den obengenannten Basics gibt es eine Reihe von Skills und Erfahrungen, die für den Beruf von Vorteil sind. Wer auf eine mehrjährige Erfahrung in der Finanzwelt zurückgreifen kann, wird sich im Umgang mit einschlägigen Fachbegriffen und Zusammenhängen leichter tun. Vertiefende Kenntnisse in Betriebs- und Volkswirtschaft sind ein Pluspunkt. Da der Handel durchaus „zahlenlastig“ ist, helfen Ihnen Stärken in der Mathematik und Statistik. Geschickte Händler/-innen entwickeln zudem ihre eigenen Handelsstrategien. Wer seine Strategie auch gleich selbst programmieren kann, wird von Banken gerne engagiert.

Studienabschlüsse in vorgenannten Themengebieten sind nicht Pflicht, zeigen aber, dass Sie auf diesem Gebiet über eine entsprechende Qualifikation verfügen. Darüber hinaus können Sie mit weiteren Fremdsprachen punkten. Wer zum Beispiel Aktien von osteuropäischen Unternehmen handelt und die jeweilige Landessprache beherrscht, hat Zugang zu weiteren Informationsquellen und natürlich zu Geschäftskontakten. Wer in rechtlichen Angelegenheiten Bescheid weiß, wird mit den zuletzt zunehmenden Regularien und Verordnungen im Handel gut zurechtkommen. Wenn Sie ein oder mehrere dieser Skills abdecken, erhöhen Sie Ihre Chancen bei der Stellenbewerbung.

DER „FÜHRERSCHEIN“ DES WERTPAPIERHANDELS

Wer den Beruf des/der Börsehändlers/-in ausüben möchte, benötigt einen Qualifikationsnachweis, um am Handel aktiv teilnehmen zu dürfen. Der Nachweis wird durch den erfolgreichen Abschluss einer Fachprüfung und einem Praxis-Training am Handelssystem erbracht. Beides bietet die Wiener Börse Akademie im Paket an. Absolventen/-innen besitzen gegenüber Kandidaten/-innen, die über noch keine Handelszulassung verfügen, bessere Jobchancen bei potenziellen Arbeitgebern. Für jene, die privat als Trader agieren wollen, bietet der Lehrgang die ideale Gelegenheit das vorhandene Börsenwissen auf ein professionelles Niveau zu heben.

Gastautor Erwin Hof, MSc ist Lehrgangsleiter der Wiener Börse Akademie des WIFI Wien und für den Finanzbildungsbereich der Wiener Börse zuständig.

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