Lebenslanges Lernen schafft neue Perspektiven, sorgt für persönliche Weiterentwicklung und bringt oft den entscheidenden Karriereschritt mit sich. Wer sich weiterbildet, kommt voran. Es lohnt sich, den Blick auf das zu richten, was uns beim erfolgreichen Lernen hilft.

Lernen begleitet uns ein Leben lang. Deshalb stellt sich die Frage, wie man damit umgeht. Das Wichtigste ist wohl der Wille, etwas zu schaffen. Wenn ein Schüler die Matura nicht bestehen will, wird er es auch nicht. Hier gilt es anzusetzen. Egal, ob es sich um Schüler oder Erwachsene handelt, positive Anreize zu schaffen ist das beste Mittel zum Zweck.

Ing. Franz Stadler, Bildungsberater im WIFI Wien, dazu: „Die Grundvoraussetzung, dass Lernen überhaupt stattfinden kann und das Gehirn vom Stand-by-Modus in den Aktivmodus umgeschaltet wird, sind die beiden Zauberwörter Interesse und Neugier. Nur wenn ich also ein Ziel vor Augen habe, das ich erreichen will, werde ich beim Lernen erfolgreich sein.“ Das Lernziel sollte man dabei auch im weiteren Lernverlauf nie aus den Augen verlieren. Vielen hilft zudem das Setzen und Erreichen von Zwischenzielen – das bringt den notwendigen Ansporn, um weiterzumachen.

Motivationsschub!

Die Willenskraft ist beim Lernen ein entscheidender Faktor. Vor allem trifft das bei Erwachsenen zu. Oft verliert man die Lust am Lernen, wenn man nach der Arbeit heimkommt. Oder der Stoff, den es zu lernen gilt, ist schwierig. Um sich dennoch zu motivieren, gilt es also, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Lernen in freier Natur oder an einem Ort, an dem man sich besonders wohlfühlt, sind zum Beispiel solche Möglichkeiten. In den Pausen Bewegung zu machen hilft außerdem Stresshormone abzubauen.

Für Stadler bedeutet Lernen aber auch „Ansteckungsgefahr“: „Man kann sich nicht alleine auf Dauer selbst begeistern. Es benötigt das Wir, das Miteinander, aber auch die Gelassenheit, dass man aus Fehlern lernt.“ Es ist also nicht verboten, sondern sogar erwünscht, gemeinsam zu lernen. Das zeigt unter anderem auch die Studie „Aussteigen oder Durchhalten – Was unterscheidet Studienabbrecher von anderen Studierenden?“ von Schiefele, Streblow und Brinkmann (2007). Abbrecher wiesen im Vergleich mit anderen die niedrigsten Werte hinsichtlich des Lernens mit anderen auf. Außerdem: Die Abbrecher hatten auch die niedrigsten Werte in Planung, Regulation und Anstrengung.

Ein Aspekt der ebenso nicht vernachlässigt werden sollte: Jeder Mensch lernt auf seine ganz eigene Art am besten. Im Wesentlichen unterscheidet man dabei vier Lerntypen: den praktischen Lerntyp, den kommunikativen Lerntyp, den visuellen Lerntyp und den auditiven Lerntyp – und jeder davon geht unterschiedlich an Aufgaben heran.

Tipps für mehr Erfolg

Es klingt banal und abgedroschen, aber es stimmt: „Mens sana in corpore sano“ (Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper). Das beginnt mit ausreichendem Schlaf und endet mit der richtigen Ernährung. Bewegung ist für Körper und Geist entspannend, ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen ebenfalls.

Auch der Terminkalender sollte einen wichtigen Platz beim Lernen einnehmen. Ziele sollten darin eingetragen werden, damit man den Überblick behält. Eine gute Taktik, um Inhalte zu behalten, ist das Wiederholen gleich nach dem Unterricht oder sich jeweils vor einer Lerneinheit selbst konkrete Fragen zu stellen, die man nachher wissen möchte. Eine gewisse Struktur der Unterlagen ist für die meisten zielführend. Chaotische lose Zettel sind kontraproduktiv.

Lernt man nicht alleine, ist ein gegenseitiges Abprüfen eine gute Art zu lernen. Auf jeden Fall sollte man Ablenkungen vermeiden. Hochkonzentriertes Lernen ist anstrengend, aus diesem Grund ist nach ca. 15 Minuten eine Pause für 2 bis 3 Minuten angesagt. In diesen Pausen kann Tee getrunken werden, eine Runde durch den Garten geschlendert oder Übungen gemacht werden. Ing. Franz Stadler hat außerdem ein paar Tricks, um sich besser konzentrieren zu können:

  • Dehnen Sie sich, indem Sie Ihre Arme, Oberkörper und Füße so richtig durchstrecken.
  • Gähnen Sie genussvoll.
  • Blitz-Entspannung: Spannen Sie die Muskulatur des Körpers an und halten sie dabei die Luft an. Zählen Sie dabei bis fünf und entspannen Sie die Muskeln und lassen Sie die verbrauchte Luft mit einem kräftigen Atemstoß aus der Lunge.
  • Luft anhalten: Langsam einatmen, dieselbe Dauer die Luft anhalten und dann langsam ausatmen bis Sie durch den Atemreflex automatisch wieder einatmen. Drei Mal hintereinander wiederholen.
  • Malen Sie mit den Augen eine liegende Acht.

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