„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“ Laozi

Wir arbeiten heute immer länger und der Trend zur kontinuierlichen Weiterbildung steigt, denn diese wird häufig gefordert, um mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten zu können. Lernen wird so zur Prämisse für optimales Leben und Arbeiten. Aber ist Lernen wirklich ein Muss oder Zwang? Oder liegt es etwa bereits in der Natur des Menschen und kann/soll sogar Spaß machen? Antwort: Es braucht sogar das persönliche Interesse, die individuelle Motivation, mehr Neugier und den Spaß, denn ohne diese Merkmale findet Lernen in unserem Gehirn nicht statt.

Lernen passiert immer und überall

Denn es umfasst sämtliche Lernaktivitäten in jedem Lebensalter und in den verschiedensten Situationen. Gelernt wird neben Schulen und Erwachsenenbildungsinstituten vor allem auch zu Hause, in Betrieben oder bei der Freizeitgestaltung, z.B. mit Kollegen/-innen beim Kaffee, beim Lesen eines Buches oder durch die Nutzung verschiedenster Medien u.v.m. Mehr als 80% unseres Könnens haben wir aber außerhalb von Schule und Berufsausbildung erlernt.

Bildung eröffnet Chancen

Eine Lernlaufbahn verläuft heute nicht mehr linear. Viele entscheiden sich im Alter von 40 oder 50 Jahren zu einem Studium, einer Weiterbildung oder Umschulung. Immer mehr Menschen erfüllen sich einen lang ersehnten Traum und machen eine Berufung zum Beruf. Heute ist mehr Spielraum vorhanden für Selbstverwirklichung und es gibt mehr Wahlmöglichkeiten für die Karriereplanung. Wir wechseln bis zu 5 Mal in unserer Laufbahn den Beruf, die Position, die Aufgabenfelder und das Unternehmen. Auch der Trend zur eigenen Selbstständigkeit steigt und bietet interessante Perspektiven. Ganz automatisch begleitet uns also das Thema Lernen durch alle Lebens- und Karrierephasen.

Wie lernen wir?

Bildungsexperte Dr. Andreas Salcher sagt: „Der Mensch ist auf Lernen programmiert, wer neugierig ist, lernt leichter und nachhaltig. Neugierde bringt uns nicht nur dazu, Neues lernen zu wollen, sondern fördert auch die Lust auf mehr.“ Außerdem seine Definition für erfolgreiche Menschen: „Erfolg bedeutet, die Kluft zwischen dem Menschen, der heute hier steht, und dem, der ich sein könnte, immer kleiner zu machen.“ Das schafft man mit stetiger Weiterbildung und Persönlichkeitsentwicklung. Gehirnforscherin Dr. Katharina Turecek erklärt: „Wir lernen durch Verknüpfen von Informationen und laufendes Training. Je mehr ich mein Gehirn trainiere, desto besser wird die Merkfähigkeit. Im Laufe unseres Lebens geht die Lernkurve immer steiler nach unten. Unsere Gehirnleistung und der Lernerfolg haben aber nur bedingt mit dem Alter zu tun. Vielmehr tritt dieser Effekt ein, wenn wir aus der Übung geraten. Mit den richtigen und regelmäßigen Übungen und der Kenntnis individueller Lernpotenziale sowie des persönlichen Lerntyps kann man sein Potenzial ausschöpfen und mehr erreichen. Dann macht Lernen auch mehr Spaß.“

Warum LLL wichtig ist

Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts zum Thema Qualifizierung und Kompetenzentwicklung für die Industrie 4.0 wird insbesondere der Bereitschaft zum Lebenslangen Lernen (86 %) eine sehr hohe Bedeutung beigemessen, wenn es darum geht, sich als Unternehmen konkurrenzfähig zu halten und sich als Arbeitnehmer/-in einen Arbeitsplatz zu sichern. Auch die Studie „Arbeit 2040“ des WIFI Management Forums mit marketagent.com, die 2016 HR-Entscheidungsträger/-innen und Führungskräfte befragte, beweist: 80 % der Befragten stufen lebenslanges Lernen als notwendig und wichtig für das zukünftige Berufsleben ein. All das eröffnet viel Potenzial, sich stetig weiterzubilden und zu entwickeln, übt jedoch auch Druck aus.

Was motiviert uns zum Lernen?

Immer wieder brauchen wir Motivation, um Neues zu lernen. Wenn das persönliche Interesse dahintersteht, ist es einfach. Denn: Sinnerfülltes Lernen bedeutet nachhaltiges Lernen und Spaß. Wenn aber zu viel Druck aufgebaut wird, wird Lernen zum Zwang. Der Stress baut Blockaden auf und wir lernen weniger gern und weniger effizient. Beim Lernen gibt es immer wieder Phasen und Inhalte, die uns nicht so liegen oder in denen Zweifel aufkommen. Das Gute ist: Es gibt Hilfen, die uns das Lernen erleichtern und uns neue Motivationsschübe geben. Moderne Lernmethoden bauen vor allem darauf auf und unterstützen Motivation, selbstgesteuertes Lernen, Neugierde und damit den persönlichen Lernerfolg und die Freude beim Lernen.

Fazit: Lernen und Weiterbildung halten unser Gehirn fit, machen Spaß und regen unsere Lust auf mehr, sogar noch mehr an. Wenn das nicht Motivation genug ist! Also: Aufgemacht das neue WIFI-Kursbuch oder ab ins WIFI Wien zum Tag der offenen Tür und Spaß haben!

Top-Vortrag beim
Tag der offenen Tür des WIFI Wien:

Amüsantes aus der Zahlenwelt, Professor Dr. Rudolf Taschner
Lernen erfolgt auf unterschiedlichsten Wegen. Richtiges Lernen bedeutet u.a. auch: jederzeit offen sein und bleiben für neue Gedanken. Nach dem Motto „Lern weiter und nimm auch andere Perspektiven wahr“ bietet das WIFI Wien ein auf den ersten Blick ungewohntes Fach für die Erwachsenenbildung an: Die Mathematik steht im Fokus! Wissen, Information und Freude rund um eine der Grundlagen für Wissensaufbau und Kompetenzerwerb – auch und besonders für die berufliche Bildung. Auf humorvolle Weise zieht Prof. Taschner Analogien zu einzelnen Berufsbildern und Lernfeldern und bringt amüsante Beispiele aus dem Alltagsleben.

Das gesamte Programm: www.wifiwien.at/offenetuer

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