Wie interne Trainings Mitarbeiter motivieren und wie Weiterbildung den Spirit des Unternehmens fördern kann, lesen Sie in diesem Praxisbericht.

Die WIFI-Unternehmensentwicklung unterstützte die Kommunikationsagentur dentsu Österreich bei der Neuausrichtung der Personalentwicklung. Ziel war es, mittels Trainings den Entwicklungsbedarf der Mitarbeiter und die Ansprüche der Firma sowie des Marktes zu vereinen.

Trainings als Motivation

dentsu Österreich will künftig noch mehr auf Weiterbildung setzen um die Attraktivität der Arbeitgebermarke auszubauen. Die Agenturbranche ist gezeichnet von Schnelllebigkeit, hohen Anforderungen an Mitarbeiter und reger Fluktuation. Agenturmitarbeiter sind flexibel, lösungs- und leistungsorientiert. Gute innerbetriebliche Weiterbildung ist ein hoher Motivationsfaktor in der Branche. »Auch rasche interne Veränderungen der Talente und Interessen sind möglich und können mit Trainings unterstützt werden«, weiß Daniela Sereinig von dentsu. Sie kennt aus ihrer 11-jährigen Erfahrung mehrere Blickwinkel einer Mediaagentur und bekam die Gelegenheit, den Bereich Learning & Talent Management bei dentsu Österreich zu forcieren. »Ich kenne die DNA der Agentur gut und bin selbst weiterbildungsaffin. Ich sehe die Talente durch die interne Brille und arbeite mit Bauchgefühl und höre Mitarbeitern zu, was sie brauchen. Die Anforderungen sind hoch, aber jeder soll die Arbeit mit Spaß machen und Chancen wahrnehmen können, unser Motto ist: ›Create a better place to work.‹«, so die Personalentwicklerin, die selbst die WIFI-Trainerakademie absolvierte.

Mit Mehrwert für Mitarbeiter

Die Basis für die Konzeption maßgeschneiderter Trainings für die Mediaagentur waren Bedarfserhebungen. Wünsche und tatsächlicher Bedarf, aus Sicht der Mitarbeiter und Führungskräfte wurden erhoben und abgeglichen. Daraus entstanden verschiedene Kompetenzprofile. Es bildeten sich Trainingsbereiche heraus, auf die künftig mehr Fokus gelegt werden sollte. Betriebsspezifische Inhalte sollen nach wie vor intern geschult werden. Dentsu suchte einen Bildungspartner für Social Skills und Projektmanagement. »In intensiven Gesprächen und Reflexionsschleifen konnten wir gemeinsam die Profile und damit die Trainingsinhalte präzisieren. Dann hatte ich schon ein klares Bild davon, welche Trainer zur Agentur und zu den Mitarbeitern passen. Wichtig waren hier Praxisorientierung, Flexibilität und hohe methodische Kompetenz«, erklärt Sabine Agl vom WIFI Wien.

Wer passt zu unserer Kultur?

Bei der Partnerwahl war dentsu wichtig, mit Erfahrung begleitet zu werden und ein Institut zu finden, das aufgrund der Größe rasch und flexibel agieren kann. »In der Agenturlandschaft ist die Geschwindigkeit noch höher als in anderen Branchen. Weiterbildung muss hier kompakt und zielgerichtet sein«, so Sereinig. Da sich die Agentur mit den sich veränderten Marktbedingungen und Kundenbedürfnissen mitentwickeln muss, heißt das auch, dass die Trainings oft kurzfristig adaptiert oder gar ausgetauscht werden müssen. »Das WIFI ist der optimale Partner für uns, da hier zusätzliche Trainings rasch angeboten werden können, bestehende Elemente und auch Trainer ergänzt und je nach Bedarf ausgetauscht werden können – und das immer mit hoher Qualität. Das hat mich überzeugt«, erklärt die HR-Expertin. »Außerdem wollte ich Trainer haben, die selbst in verschiedenen Wirtschaftsbereichen tätig waren und auf die Praxis eingehen können«, so Sereinig.

Sabine Agl ist Firmenkundenbetreuerin bei der WIFI Wien-Unternehmensentwicklung
Daniela Sereinig ist Personalentwicklerin und bei dentsu Österreich für Mitarbeiterentwicklung und Talent Management verantwortlich.
Dagmar Hinner-Hofstätter ist Trainerin und Coach und regelmäßig auch für das WIFI Wien tätig.

Wohin die Reise geht

Wichtig ist dentsu, dass sich Mitarbeiter ihren Talenten entsprechend intern verändern und entwickeln können. Dabei sollen sie gezielt mit Trainings unterstützt werden. Zum einen mit Fach-Know-how, zu einem großen Teil aber auch mit erweiterten Social Skills. Dabei soll möglichst genau auf den individuellen Bedarf jedes Einzelnen eingegangen werden. »Wir haben großteils junge Mitarbeiter. Die Generation Y stellt ganz andere Ansprüche an die Arbeit. Vertikale Laufbahnen sind nicht mehr so attraktiv. Eine gute Work- Life-Balance und Fachkarrieren werden wichtiger, darauf gehen wir stark
ein«, so Sereinig.

Lernen mit Erlebnisfaktor

Für die Trainerin Dagmar Hinner-Hofstätter, die Teil des Trainerteams bei diesem Projekt ist, war es hilfreich, im Vorfeld der Konzeption eine Führung durchs Unternehmen zu bekommen: »So konnte ich den Spirit erleben und auch sehen, wie der Workflow ist und wo Lernfelder liegen.« Es stellte sich u. a. heraus, dass unter den Mitarbeitern eine hohe Medienaffinität besteht und hohe Hands-on-Mentalität vorhanden ist, wo jeder rasch Lösungen für Aufgaben findet und verantwortungsbewusst handelt. »Meine Wahl fiel daher auf ein sehr variantenreiches Methodenkonzept mit wenig Theorie oder Frontalvortrag, sondern erlebnisorientiertes Arbeiten mit Case Studies, Rollenarbeit und reflection-teams standen im Vordergrund«, schildert die Trainerin. Zur Unterstützung des Aufbaus von gezieltem Fachwissen wurde von dentsu gemeinsam mit der Werbe Akademie des WIFI Wien auch ein eigener Lehrgang konzipiert, der ebenfalls sehr spezifische Anforderungen von dentsu integriert.

Was wirkt wirklich?

Dadurch, dass sich die Mitarbeiter selbst schnell neuen Gegebenheiten anpassen müssen, können diese stetigen Veränderungen mitunter zu Konflikten führen. Auch darauf wird gesondert eingegangen. »Echtes Ausprobieren und Ansprechen von herausfordernden Gesprächssituationen wird ermöglicht. Mir war wichtig, den Rahmen für einen kollegialen Erfahrungsaustausch zu schaff en und in Rollenspielen bestimmte Situationen anders erlebbar zu machen«, sagt Hinner-Hofstätter. Um neue Handlungsweisen für die Praxis möglichst nachhaltig zu verankern, wurde ein methodisches Konzept gewählt, bei dem die Mitarbeiter in den Trainings einen halben oder vollen Tag neue Impulse bekommen und anhand von praktischen Beispielen arbeiten. Danach gibt es Reflexions- und Übungszeiten bis noch einmal ein Follow-up zu dem zuvor Gelernten stattfindet.

Freude am Lernen erweckt

»Die Trainingszeiten sind kürzer, aber nachhaltiger geworden. Der Austausch mit dem Kunden zu den Zielen und Inhalten der Trainings im Sinne eines Sparringpartners war ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg der bisher mehr als 30 Trainingstage mit dentsu«, erzählt Sabine Agl. »Wir bekommen positive Rückmeldung, vor allem die Zufriedenheit mit der Qualität der Trainer und den lebendigen Methoden erleben wir unter unseren Mitarbeitern«, freut sich Sereinig über erste Erfolge. Das ging so weit, dass Mitarbeiter, die sich zuerst weniger für konkrete Trainings interessierten durch das Miterleben bei Kollegen doch noch aktives Interesse entwickelten. »Das Prinzip der Freiwilligkeit ist für uns wichtig. Wir legen in Mitarbeitergesprächen gemeinsam die Kompetenzen fest, die entwickelt werden. Wie intensiv die eigene Weiterentwicklung genutzt wird, soll jeder Mitarbeiter aber selbst entscheiden können. Umso schöner, wenn wir mit unseren Maßnahmen die Motivation für Trainings bei einzelnen Kollegen noch steigern können«, resümiert Sereinig.

 

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www.wifiwien.at/unternehmensentwicklung

Bildcredits: (c) Shutterstock; (c) braingrow; (c) dentsu Österreich