Digitalisierung, Internationalisierung, technische Innovationen, all das verändert bereits jetzt unsere Arbeits- und Wirtschaftswelt. Alle stellen sich derzeit die Frage: Reichen die Kompetenzen der Mitarbeiter/-innen aus, um den Herausforderungen der Digitalisierung erfolgreich zu begegnen? Was ist gefordert und wie werden wir zukunftsfit? Diesen Fragen sind wir nachgegangen.

Sind wir zukunfts-FIT?

Dazu müsste man wissen, was uns erwarten wird. Selbst Zukunftsforscher/-innen geben zu, dass die Zukunft für uns immer unvorhersehbarer wird. Wir können nur mehr Trendtendenzen ablesen. Was genau kommt, wissen wir nicht. Das macht es auf der einen Seite spannend. Andererseits verlieren wir Menschen mit zunehmender Ungewissheit die Orientierung und das Ziel. Ohne Ziel können wir auch den Weg nicht finden.

Vielleicht sind ja gerade hier die Kompetenzen zu finden, die wir in der Zukunft verstärkt brauchen werden. Zum Großteil sind es nämlich – einmal abgesehen von neuen Technologien – dieselben Kompetenzen, wie wir sie bereits kennen, einzig mit anderer Ausprägung und anderen Zugängen.

Das Institute for the Future (IFTF) der University of Phoenix hat 10 Kompetenzen erarbeitet, die am Arbeitsmarkt von morgen wichtig sein werden: das adaptive Denken; soziale Intelligenz; Sinn stiften; interkulturelle Kompetenz; Denken in Algorithmen; Transdisziplinarität; prozessorientiertes Denken; kognitive Filterung; Online-Teamfähigkeit und die Eigenverantwortung.

Was brauchen wir für die digitale Transformation?

Experten und Expertinnen verbreiten, dass die Unternehmen bisher zu stark auf die IT und Technologiekomponente fixiert waren. Das führt auch zu Ängsten bei Führungskräften und Mitarbeitern/-innen, dass ihre Jobs ersetzt werden oder sie mit den Anforderungen nicht mehr mithalten könnten. Es wird aber auch im digitalen Zeitalter in erster Linie auf die Menschen und ihre speziellen Qualitäten wie Logik, Kreativität, Empathie oder vernetztes Denken ankommen.

Ja, manche jetzt bekannten Aufgaben werden eventuell bald von Robotern und Maschinen übernommen. Doch Einsatzmöglichkeiten für Menschen werden sich verlagern und nicht gänzlich verschwinden. Und: Viele neue Varianten werden uns neuen Entfaltungsspielraum bieten. Wir Menschen sind nicht alle gleich programmiert und gesteuert. Wir haben unser Potenzial, das in uns steckt, noch bei Weitem nicht ausgeschöpft.

Vielleicht haben wir so die Möglichkeit, Ungeahntes zu entdecken und zu entwickeln, weil wir uns auf viele Kleinigkeiten, die uns abgenommen werden, nicht mehr konzentrieren müssen. Das Tolle ist: Jede Kombination der Stärken eines Individuums gibt es nur ein einziges Mal auf der Welt.

Der Blick in die Glaskugel

Auch dem WIFI Management Forum reichte der ungewisse Blick in die Glaskugel nicht aus. Es befragte daher im Sommer mit marketagent.com knapp 500 Führungskräfte der unterschiedlichsten Branchen, Betriebsgrößen und Abteilungen, wie sie die Arbeit 2040 einschätzen.

Klare Kernaussage: Lebenslanges Lernen und ständige Weiterentwicklung im Job werden noch essenzieller als bisher, das unterstreichen mehr als zwei Drittel der Befragten (80,6 %).

Ganz besonders gelte das für Führungskräfte, müssen sie doch die visionären und strategischen Weichen stellen und als Vorbilder ihre Mitarbeiter/-innen zum Mitmachen inspirieren. Sie müssen auch als Erste wissen, welche Trainings für die künftigen Kompetenzen für ihre Teams die größten Effekte erzielen. Auch die Art des Lernens wird sich verändern. So schätzen mehr als die Hälfte der Führungskräfte, dass 2040 vermehrt virtuell und mit anderen Methoden gelernt wird.

Die Befragten meinen, dass wir uns vermehrt mit Kompetenzen der Digitalisierung (76 %) auseinandersetzen werden, hier vor allem mit IT- und Technik, die wir in unsere Arbeitsprozesse einfließen lassen, oder auch wie wir nach außen kommunizieren.

Trotzdem werden persönliche Kompetenzen (58 %), sprachlich/interkulturelle Kompetenzen (53 %), Methodenkompetenz (46 %) und soziale Kompetenzen (45 %) immer noch sehr hoch eingestuft. Auch sie lassen erkennen, dass neben der Beschäftigung mit IT und Technik eine Veränderung der Denkweise und der Unternehmenskulturen erforderlich sein wird.

Mindshift in Unternehmen – wie geht das?

In einigen Umfragen zeigt sich, dass eines häufig fehlt: die Vision und die Strategie in Bezug auf Digitalisierung. Denn zur Digitalisierung gehört mehr, als ein paar neue Tools einzusetzen oder über neue Kanäle zu kommunizieren. Es geht darum, wie wir künftig unseren Austausch miteinander gestalten. Ebenso gilt es zu lernen, dass durch die Digitalisierung Arbeit und Freizeit immer mehr miteinander verschwimmen oder wie wir gesund mit Reizüberflutung und schnellem Tempo umgehen oder Grenzen des Denkens überwinden, um flexibler und innovativer zu werden.